Frau Brandt: Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein.
Moderatorin: Frau Brandt, viele Hörerinnen und Hörer fragen sich: Warum sprechen wir eigentlich ständig über Verkehr in der Stadt? Was ist das Problem?
Frau Brandt: Das größte Problem ist der Platz. In den Innenstädten gibt es einfach nicht genug Raum für immer mehr Autos. Wenn jeder mit dem eigenen Wagen fährt, stehen wir alle im Stau. Außerdem brauchen wir die Straßen auch für Busse, Radfahrer und Fußgänger.
Moderatorin: Sie haben in mehreren Städten gearbeitet. Welche Lösung hat Sie am meisten überzeugt?
Frau Brandt: In einer Stadt in den Niederlanden haben wir die Innenstadt fast komplett für den Autoverkehr gesperrt. Am Anfang waren die Geschäftsleute sehr skeptisch. Sie hatten Angst, dass keine Kunden mehr kommen. Aber das Gegenteil ist passiert: Nach einem Jahr kamen sogar mehr Menschen, weil die Stadt ruhiger und angenehmer wurde.
Moderatorin: Das klingt überraschend. Aber nicht jeder kann auf das Auto verzichten, oder?
Frau Brandt: Da haben Sie völlig recht. Auf dem Land sieht die Situation ganz anders aus. Dort gibt es oft keine guten Busverbindungen, und die Wege sind weit. Für diese Menschen ist das Auto unverzichtbar. Deshalb müssen wir die Lösungen immer an den Ort anpassen.
Moderatorin: Was raten Sie unseren Hörern, die in der Stadt wohnen und etwas ändern möchten?
Frau Brandt: Mein Tipp ist ganz einfach: Probieren Sie es eine Woche lang aus. Lassen Sie das Auto stehen und nehmen Sie das Fahrrad oder die Bahn. Viele merken dann, dass es schneller und entspannter ist, als sie dachten. Man spart außerdem Geld und tut etwas für die Gesundheit.
Moderatorin: Und wie sieht Ihrer Meinung nach die Stadt der Zukunft aus?
Frau Brandt: Ich glaube, in zwanzig Jahren werden wir viel mehr grüne Flächen haben. Wo heute Parkplätze sind, werden Bäume und Cafés stehen. Die Kinder werden wieder auf der Straße spielen können. Das ist mein großer Wunsch.
Moderatorin: Ein schöner Ausblick. Vielen Dank, Frau Brandt, für dieses interessante Gespräch.
Frau Brandt: Sehr gerne, danke Ihnen.